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"Kleine Zeitung", 31.10.2014

KULTUR

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Setzte den Schlusspunkt seiner Tournee mit dem Quinteto Argentina in Bleiburg:
Karlheinz Miklin

Die Essenz des Jazz

Am Montag feiert er seinen 68. Geburtstag. Zuvor begeisterte Karlheinz Miklin mit
seinem Quinteto Argentina in seiner Heimatstadt Bleiburg.

Kurz nach elf und einer regelrechten Sambaorgie, mit der die Band auf der Karnevalsparade in Rio
beste Figur gemacht hätte, klatschte das Publikum den Saxofonisten Karlheinz Miklin noch einmal
heraus auf die Bühne: "Leute, seid mir nicht bös, aber ich kann nicht mehr", meinte der Bejubelte
beim letzten Konzert einer langen Tour mit dem Quinteto Argentina. Zum Tanzen hätte sich keiner
mehr von seinem Platz erheben können, so dicht gedrängt saßen alle im Alten Brauhaus in Bleiburg.

Was der fast 68-jährige Lokalmatador während der drei Stunden vorher abgeliefert hatte, kann man
eigentlich nur als "perfekt" bezeichnen. Auf der lateinamerikanischen Grundstimmung entwickelte
die Band eine stilistische Vielfalt, wie man sie selten erlebt. Am ehesten lässt sich das Ganze noch im
Bereich der 1970-er Jahre eingrenzen, als sich die zweite große Welle des lateinamerikanischen Jazz
mit dem Fusion-Sound verband. Der Keyboarder Chick Corea   mit seinem Projekt "Return to forever"
war damals einer der wichtigsten Protagonisten.

Energiezentrum

Das Energiezentrum in Miklins Quinteto Argentina sind der Schlagzeuger Quintino Cinalli und der
Perkussionist Mario Gusso. Selten hat man das in derart perfekter Ergänzung gehört. Im Normalfall
verschwimmen sie in teigiger Kulturlosigkeit. Dazu der überaus versierte Bassist Alejandro Herrera als
peitschender, funkiger Antreiber, dunkel stimmungsvoller Akzentsetzer und blendender Solist. Einen
Trompeter wie Gustavo Bergalli sucht man lange. Mit absolut makellosem Ansatz gibt er den cool
flüsternden Miles Davis mit Dämpfer genauso überzeugend wie den mexikanischen Mariachi-Blower.

Was uns zurückführt zu Karlheinz Miklin selbst. Tenor-, Alt- und Sopransaxofon, außerdem Querflöte
spielt er nacheinander, ohne dass die kleinsten Anpassungsprobleme zu erkennenwären. Er bläst
modal wie weiland John Coltrane und mit bewusst schlampigen Ansatz wie Ben Webster, der Kärntner Saxofonprofessor.

Die Essenz des Jazz zieht einen Abend lang vorbei, dass einem der Mund staunend offen bleibt.
Dazu braucht es keinen Kommentar, höchstens den lakonischen von Karlheinz Miklin: "Ich bin froh,
dass ich in Bleiburg spiele. Da habe ich wenigstens nicht weit ins Bett."
GILBERT WALDNER

 

"Jazz Hot" (Frankreich), Decembre 2014

CORMÒNS. Italie
Jazz & Wine 24-26 octobre 2014

Le Quinteto Argentina guidé par le saxophoniste autrichien Karlheinz Miklin se classe   dans un contexte voisin. La grosse implantation rythmique bâtie par Marcelo Mayor (g), Alejandro Herrera (elb), Quintino Cinalli (dm) et Mario Gusso (perc) incorpore des éléments de tango, rumba, samba et calypso dans une mosaïque dépourvue de traits conventionnels. Plateforme idéale pour les digressions sèches mais pénétrantes de Gustavo Bergalli (tp, fgh) et pour l'expressivité multiforme de Miklin, doté d'un phrasé, pointu, plongeant et sanguin au soprano - dans le sillage de Jackie McLean au contralto, et bigarré au ténor, capable d'embrasser la lignée depuis Ben Webster jusqu'à Joe Henderson.

 

 

"30 Jahre Jubiläumstour"
KARLHEINZ MIKLIN & QUINTETO ARGENTINA

(Karlheinz Miklin saxes, fl, Gustavo Bergalli tp, Marcelo Mayor git,
Alejandro Herrera b, Quintino Cinalli d, Mario Gusso perc)

Seit 1984 ist nun der österreichische Saxophonist   Karlheinz Mi k l i n   regelmäßig mit argentinischen Musikern in Südamerika und Europa unterwegs. So standen in den vergangenen Jahren Konzerte u.a. in Wien (Porgy & Bess, Reigen, Metropol), Graz (Orpheum, Münzgraben..), Linz (Festival "music minds"), Brüssel ("Belga Festival"), Zagreb (Festival "Jazz Fair"),   Frankfurt (Palmengarten), Stuttgart (Theaterhaus), Weimar ("Jazzmeile Thüringen"), Burghausen (Festival), Zürich (Moods)... auf dem Programm.
Höhepunkte in Südamerika waren u.a. das "Patagonia Jazz Festival", die Festivals La Plata, "Ciclo de Jazz" Buenos Aires oder "Encuentros" in Santiago de Chile. Zehn LP/CD/DVD dokumentieren die musikalischen Ergebnisse der Zusammenarbeit.

Nachdem 2004 zum zwanzigjährigen Jubiläum die Doppel CD/DVD "Aniversario" aufgenommen wurde, erschien 2009 die ORF CD "ONDA ALPIN". Bei der Tour 2010 gab es mehrere Konzerte mit dem KUG Jazz Orchestra, 2012 standen das Festival "Encuentros"   in Buenos Aires wie auch Auftritte in Mar del Plata und Cordoba auf dem Programm. 2014 wird das 30-jährige Bestehen dieser erfolgreichen Kombination mit ausgedehnten Konzertreisen in Südamerika und Europa gefeiert.

Mit Gustavo Bergalli   spielt nun wieder der wichtigste Trompeter Argentiniens im Quinteto, dem er schon
1990 - 2004 angehört hatte. Als Nachfolger Freddie Hubbards in "To Dizzy with love", Solist einer eigens für ihn komponierten Big Band CD "Tango & Jazz" und durch seine ständige Konzerttätigkeit in Europa und den USA gehört er auch außerhalb seines Landes zu den profiliertesten Vertretern seines Instrumentes.

An den Saiteninstrumenten wie schon seit 1992 Marcelo Mayor (git) und Alejandro Herrera (el-b).

Sie waren damals ziemlich jung ins Quinteto gekommen, haben sich seither aber einen hervorragenden Ruf in der südamerikanischen Szene erspielt. Beide sind inzwischen auch als Bandleader erfolgreich und haben CDs unter eigenem Namen veröffentlicht.

Dem großen Pocho Lapouble folgt mit Quintino Cinalli   ein weiteres prominentes Mitglied der argentinischen Szene am Schlagzeug, erfolgreich tätig sowohl in den USA als auch in Südamerika. Die Zusammenarbeit mit Esperanza Spalding, Airto Moreira, Trilok Gurtu wie auch Mercedes Sosa spricht für seine Reputation.

Perkussionist Mario Gusso , seit 2006 dabei, ist ein gesuchter Sideman in allen Spektren indigener und afro-amerikanischer Rhythmik, der bereits auf einer großen Anzahl von Veröffentlichungen unterschiedlicher Stilistik - auch solche unter eigenem Namen - die rhythmische Basis gelegt hat.

Karlheinz Miklin   schließlich hat durch die Verleihung des "Karl-Böhm-Interpretationspreises" als erster Jazzmusiker weitere Anerkennung im österreichischen Kulturleben jenseits aller Genregrenzen erfahren. Mit seiner ersten Solo CD, regelmäßigen Tourneen im Trio mit Billy Hart/Heiri Känzig und seit einiger Zeit auch mit renommierten brasilianischen Musikern ist er nach wie vor auf der internationalen Jazzszene sehr präsent.

 

Diskographie:                                                                  

"ONDA ALPIN" Karlheinz Miklin & Quinteto Argentina (ORF CD 3061)

"Aniversario/Sketches from Illyro-Argentina" Karlheinz Miklin & Quinteto Argentina (EX 772-2, EX-DVD 011)

"GRAZ HORA CERO" Karlheinz Miklin & Quinteto Argentina & KUG Big Band (EX 572-2)

"Linda" Karlheinz Miklin & Quinteto Argentina & KUG Big Band (TCB 21 322)

"El Viejo - To The Roots And Back" Karlheinz Miklin & Quinteto Argentina (SOS-J 1009)"De Lejos" Karlheinz Miklin & Quinteto Argentina (SOS-J 1002A)

"Malambo Blue" Karlheinz Miklin & Quinteto Argentina (TCB 9050)

"Carlitos" Karlheinz Miklin in Buenos Aires (Amadeo 829 447)

"Pasando" Live at the Treibhaus Karlheinz Miklin & Trio Argentina (EMP 3003)

 

Presse:

Dies ist nicht nur Latin Jazz, die Einflüsse in der Musik sind zu vielfältig, um sie als "diesen" oder
"jenen" Jazz zu bezeichnen. "All About Jazz", USA

Feingesponnene, von großen persönlichen Feelings bestimmte Musik. "Jazz Podium"

Einer der wichtigsten europäischen Saxophonisten, der hier herrliche Begleiter gefunden hat. "Kurier", Wien

Meisterschaft zeigt sich dabei weniger in vordergründiger Artistik als vielmehr im scheinbar beiläufigen Umgang
mit der Zeit. "Die Presse", Wien

Spielfreude und gute Laune der Musiker übertrugen sich mühelos aufs Publikum. "Münchner Merkur"

...individuell starke und eigenständige Musikerpersönlichkeiten finden sich da in einer selten gehörten Homogenität. "Der Bund", Bern

...ein richtiges musikalisches Feuerwerk. "Tiempo Argentino", Buenos Aires

...waren Karlheinz Miklin und die Argentinier die Triumphatoren. "El Mercurio", Santiago de Chile

 

 
 

 

 

© karlheinz miklin 2009 - www.miklin.mur.at